Todbringender Kamp

Die größte Gefahr für Leib und Leben bestand während der Sommerfrische beim Baden, Kahnfahren und Schwimmen, worüber es in jeder Badesaison zahlreiche Medienberichte gab, ohne die wir beispielsweise kaum wüssten, dass der Maler und Grafiker Gottfried Lorenz (1860–1928) im Juli 1910 in Gars war, wo er nur mit Müh und Not am Leben geblieben ist: „Kürzlich …

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Interessante Zeit-Zeugnisse: Anna Gräffs private Promi-Gästebücher

Die Wahl-Garserin Anna Gräff, die 1972 von Ziersdorf nach Gars übersiedelt ist, wo sie zuerst im „Hotel Kamptalhof“ und später bei Dungl gearbeitet hat, war während der Arbeit als „die Frau Anni“ bekannt. Von 1989 bis zu ihrer Pensionierung Anfang 2014 hat sie mehrere private Gästebücher geführt, die inzwischen interessante Zeit-Zeugnisse geworden sind, da sie …

Vergnügungszüge ins Kamptal

Ab Juli 1889 konnte man Gars direkt mit der Kamptalbahn erreichen, wodurch sich die Fahrzeit ab Wien auf zweieinhalb Stunden verkürzte und die Anreise in die Sommerfrische nicht nur schneller und komfortabler, sondern auch preiswerter wurde. Die neue Bahnstation Gars-Thunau war über Herzogenburg mit der Westbahn sowie über Hadersdorf und Sigmundsherberg mit Wien verbunden, weshalb …

Schlechtwetterprogramm: Sommertheater

Um 1900 mussten Sommerfrischegemeinden ihren Gästen mit Ausstellungen, Konzerten, Lesungen sowie Sprech- und Musiktheateraufführungen ein kulturelles Unterhaltungsprogramm vor Ort anbieten, da es noch keine immer und überall abrufbaren Unterhaltungsmedien gab, wie sie uns heute dank unterschiedlichster medialer Konservenbüchsen (Schallplatten, Radio, Fernsehen, CDs, BDs sowie die breite Angebotspalette des Internets) gleichsam urbi und orbi zur Verfügung …

Zum Bade drängt, am Bade hängt doch alles

Eine besondere Begegnungszone war der Kamp, wo der Gästeandrang mitunter so groß war, dass zwischen Fischern, Schwimmern und Kahnfahrern Konflikte entstanden. (1) Schließlich war der Kamp, dessen Fließgeschwindigkeit im Raum Gars durch mehrere Wehren so verlangsamt wurde, dass das Wasser im Sommer eine behagliche Temperatur erreichte, die den Badenden wohltuende Erfrischung bot, das unbestrittene Um …

Kamptalhof steigert Selbstbewusstsein der Sommerfrische Gars am Kamp

Am 12. Juli 1913 wurde im „Garser Saison-Blatt“ ein für die Sommerfrische Gars und die gesamte Region bedeutendes Hotelprojekt angekündigt: „Der ergebenst Gefertigte bringt zur freundlichen Kenntnis, daß er das ‚Hotel Bruckmüller‘ käuflich erworben hat und mit 15. September [1913] übernehmen wird. Während der Herbst- und Wintermonate erfolgt ein vollständiger Umbau des Hauses, und es …

Verbriefte Lebensdaten des in Gars am Kamp verstorbenen Wandertheater-Direktors Paul Löwinger (1844-1913)

Der am 10. April 1844 in Sobotište (heute Westslowakei, damals Königreich Ungarn) nahe der mährischen Grenze im damaligen Komitat Neutra geborene Schauspieler Paul Löwinger ist am 24. August 1913 „nach kurzer Krankheit“ „im 70. Lebensjahre“ in der Sommerfrische Gars am Kamp verstorben, wo er am 26. August 1913 auch begraben wurde. Entgegen weitverbreiteter Darstellungen hießen seine …

Musikerprominenz in der Kamptal-Sommerfrische Gars

Während der Zwischenkriegszeit wurde Gars wieder eine beliebte, gut besuchte Sommerfrische, was auch durch die Wiederkehr früherer Sommergäste bestätigt wurde: Im Juni 1925 kam beispielsweise der Arnold-Schönberg-Meisterschüler Hanns Eisler gemeinsam mit seiner damaligen Frau, der Sängerin und Gesangslehrerin Charlotte Eisler, in die Sommerfrische seiner Kindheit zurück. Das Phänomen, dass Menschen im Alter häufig an jene …

Sommerfrische, ein nostalgisches Wort?

Der anmutige Begriff Sommerfrische, in dem wärmender Sonnenschein und kühlender Schatten verheißungsvoll vereint sind, ist deutlich jünger als das Phänomen, das er beschreibt. Schließlich fliehen seit jeher viele jener, die es sich beruflich, zeitlich und finanziell leisten können, während der heißeren Jahreszeit für mehrere Wochen und Monate aus der stickig-brütenden Stadt auf das mildere Land. …

Franz von Suppé, der Herzeigegast der Kamptal-Sommerfrische Gars

Der Komponist Franz von Suppé (1819–1895), der von 1876 bis zu seinem Tod die wärmere Jahreszeit in Gars verbrachte, ist neben dem Pop-Weltstar Falco (1957–1998), der sich im Herbst 1987 eine Garser Villa gekauft hat, gewiss der berühmteste Wahl-Garser. Für die Gemeinde blieb dieser Sommerfrische-Pionier jahrzehntelang „der Herzeige- Gast“, (17) da der aufstrebende Sommerfrischeort Suppés …

Literarisches zum freien Spiel der Kräfte

„Das freie Spiel der Kräfte“, das sich wegen des nahenden Wahl-Kampfes wieder breiterer Beliebtheit erfreut, wird von Anton Kuh in seinem Nachruf auf jenen umstrittenen, christlich-sozialen Politiker Hermann Bielohlawek (1861–1918), der zwischen 1897 und 1918 ein prominenter Garser Stammgast war, anschaulich thematisiert: „An die Stelle des Backhendel- trat der Bierkrügelwiener, an die Stelle des heiteren Gesellen …

Hermann Bielohlaweks Gars-Aufenthalte

Ein prominenter Garser Stammgast war der christlich-soziale Politiker Hermann Bielohlawek (1861–1918), der zumindest seit 1897 zuerst als Wiener Bezirkspolitiker und niederösterreichischer Landtagsabgeordneter, später als Mitglied des Landesausschusses, (1) wo er zwischen 1905 und 1918 für „die gesamte Sozialwohlfahrt Niederösterreichs […] sowie die Förderung der wirtschaftlichen Entwicklung des Kleingewerbes“ (2) ressortzuständig war, in Gars wiederholt als …

Zu Hans Wollschlägers zehntem Todestag (17. März 1935 – 19. Mai 2007)

Ansehen und Ruhm hat Hans Wollschläger durch seine Übersetzung des „Ulysses“ von James Joyce erlangt. Bis dahin war Wollschläger allenfalls als Geheimtipp bekannt: wegen seiner 1965 erschienenen Rowohlt-Monografie über Karl May, wegen seiner engagierten Reden gegen die beiden christlichen Kirchen („Die Gegenwart einer Illusion“) sowie wegen seiner mustergültigen Geschichte der Kreuzzüge („Die bewaffneten Wallfahrten gen …