André Hellers karikierte Garser Korrespondenz

Nach dem Motto „Wer nicht wirbt, stirbt“ bemühte sich die Kamptal-Sommerfrische Gars Anfang der 1970er Jahre verstärkt um mediale Präsenz. Diese erhielt Gars im Frühjahr 1970 günstig, indem es nach der Ausstrahlung der populären deutsch-österreichisch-schweizerischen Samstagabend-Familien-Fernseh-Show „Wünsch-Dir-was“ die österreichische „Wünsch-Dir-Was“-Familie medienwirksam für zwei Wochen nach Gars einlud, weil deren Tochter in der Sendung den Wunsch …

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Braune Wolkenkuckucksheime

Während des Zweiten Weltkrieges steigerten die teils privat, teils staatlich einquartierten Bombenflüchtlinge des Deutschen Reiches die Garser Nächtigungsziffern so beachtlich, dass im Jahr 1941 mit 75.508 Fremdenübernachtungen (1) der zweithöchste Wert seit dem Rekordjahr 1912 (77.200 Nächtigungen) erreicht wurde. Allerdings lassen sich die beiden Kennzahlen wegen der unterschiedlich großen Gemeindegebiete, nur eingeschränkt miteinander vergleichen, da …

Geliebte Kamptal-Sommerfrische: Trude Marziks zwiespältiges Gars-Porträt

Gars war das teils beneidete, teils angefeindete Zentrum der Kamptal-Sommerfrischen, weshalb jenes ambivalente Gars-Porträt interessant ist, das die 1923 geborene Schriftstellerin Trude Marzik, die zwischen 1933 und 1940 alle Sommerferien außer 1934 in Plank verbracht hat, in ihrer 1994 erschienenen Autobiografie „Geliebte Sommerfrische“ zeichnet: „Gars war unser beliebtestes Fahrziel. […] Gars war gegen Plank beinahe …

Niedergang und Neu-Aufschwung der Kamptal-Sommerfrische Gars-Thunau

Es war die Eisenbahn, der Gars seinen Aufstieg zur Sommerfrische verdankte, und aus vielerlei Gründen fuhren im Kamptal noch Dampflokomotiven, als andernorts längst nur noch Diesel- und Elektroloks zum Einsatz kamen. Als im September 1972 auch auf der Kamptalbahn die Ära der Dampflokomotiven endete, verlor Gars ein Stück Eisenbahnromantik, eine lieb gewonnene und vertraut gewordene …

Geschichte und Vorgeschichte der Waldpension Gars

Von der wechselvollen Geschichte und Vorgeschichte der Garser Waldpension finde ich zwei Aspekte besonders interessant: 1.) Bauherr war 1895/96 der Wiener Stellfuhrwerksunternehmer Leopold Zehetgruber, der mit der populären Wiener Volkssängerin Leopoldine Kutzel verheiratet war. 2.) Seit Mitte der 1930er Jahre gehörte die Jahrhundertwende-Villa dem zeitgeschichtlich interessanten Ehepaar Gisela und Isidor Wozniczak, die als Sozialdemokraten (im …

Adam Müller-Guttenbrunns Reportage aus der aufstrebenden Kamptal-Sommerfrische Gars-Thunau

Knapp ein Jahrhundert lang geriet der Gars-Ausflug des Schriftstellers, Theaterdirektors und späteren Nationalrates Adam Müller-Guttenbrunn (1852–1923) in Vergessenheit, der seinen Rundgang durch „den freundlichen, historisch-interessanten Markt“ am 5. August 1905 unter dem Titel „Im Kamptale“ im „Neuen Wiener Tagblatt“ selbst dokumentiert hat (Im Kamptale, Seite 1, Im Kamptale, Seite 2, Im Kamptale, Seite 3). Im Mittelpunkt stand ein …

Literarische Weihen für die Kamptal-Sommerfrische Gars-Thunau

Ein literarischer Beleg für Gars’ wachsende Bekanntheit ist Karl Hans Strobls (1877–1946) Kriminalroman „Madame Blaubart“, der zwischen 22. Jänner und 6. April 1911 als tägliche Fortsetzungsgeschichte im „Neuen Wiener Tagblatt“ abgedruckt wurde. (1) Der Roman war so populär, dass er wiederholt in Zeitungen nachgedruckt, (2) als Buch aufgelegt und zwei Mal verfilmt wurde: Er war …

„Stars in Gars“-Leporello (ORF, Ö1) zum Wiederhören. Gehört gehört, oder?

Im Rahmen der Ö1-„Leporello“-„Sommerreprisen“ wird der achtminütige Radio-Beitrag über die aktuelle „Stars in Gars“-Ausstellung kommenden Montag (17. Juli 2017) zwischen 7:52 und 8:00 Uhr auf Ö1 erneut ausgestrahlt. Wiederzuhören sind Interviews mit dem seit einigen Jahren in Gars lebenden Künstler-Ehepaar Otto Lechner und Anne Bennent, dem Leiter des Zeitbrücke-Museums Anton Ehrenberger, der die „Stars in …

Karl Süß: „Gars. Eine geschichtliche Skizze“

Unter dem Titel „Gars. Eine geschichtliche Skizze“ hat der Oberlehrer Karl Süß aus Reinprechtspölla im Februar und März 1917 im „Boten aus dem Waldviertel“ einen dreiteiligen Beitrag (1. Februar 1917, 15. Februar 1917, 1. März 1917) veröffentlicht, in dessen Schlussteil er behauptet, dass Gars „jetzt“ „zu einer der beliebtesten und besuchtesten Sommerfrischen Niederösterreich“ geworden wäre. …

Karl Elleders Butziwackel-Illustrationen wiederveröffentlicht (Gratis-E-Book)

Seit Jahresbeginn 2017 ist das vom Wahl-Garser Karikaturisten und Zeichner Karl Elleder illustrierte Kinderbuch „Max Butziwackel der Ameisenkaiser“ des italienischen Schriftstellers und Journalisten Luigi Bertelli (Pseudonym: Vamba) als Gratis-E-Book downloadbar. Zudem enthält Wikipedia einen ausführlichen Artikel über Bertellis als „Buch für Kinder und große Leute“ gedachten Max Butziwackel, das allein wegen der Elleder-Zeichnungen sehenswert ist. Die bislang …

Weitere Puzzle-Steinchen zur Geschichte des Thunauer Hotels

Dieser Tage konnte ich weitere Puzzle-Steinchen zur lückenhaften Geschichte des Thunauer Terrassen-Hotels zusammentragen, die meine bisherigen Recherche-Ergebnisse (1) abrunden. Maßgebliche Besitzverhältnisse des Thunauer Terrassen-Hotels (1893-1935) um 1893: Ernestine Šimunek, um 1901: Marie Frischauf, um 1917: Ignaz und Anna Dworschak, um 1925: Ignaz und Anna Hofer (vormals Dworschak), um 1933: Karl und Hildegard Endres, seit 1935: Franz …

Zur Geschichte des Hotel Kamptalhof

Selbst in seriösen Buch-Publikationen über die Kamptal-Sommerfrische Gars-Thunau war und ist im Zusammenhang mit der Geschichte des Hotel Kamptalhof zu lesen, dass dieses seit den 1960er bzw. 1970er Jahren durchgehend geschlossen gewesen und erst Ende der 1980er Jahre von Willi Dungl erneut in Betrieb genommen worden wäre. Während diese Behauptungen allein aufgrund meiner eigenen Zeitzeugenschaft …

Josef Leopold Pick: Zeitgeschichtlich interessanter Garser Villenbesitzer

Ein weiterer historisch interessanter, aber bislang völlig vernachlässigter Garser Villenbesitzer war der Wiener Hoflieferant Josef Leopold Pick (1851–1917), der sich im Oktober 1900 in Manigfall (Nr. 25, Horner Straße 225) eine Villa gekauft hat, die er Anfang 1910 an Paula Lang, die Mutter des später weltberühmten Stumm- und Tonfilmregisseurs Fritz Lang, verkauft hat. Durch Inserate …