Biografisch besonders aufschlussreich: Franz von Suppès Vormerkkalender

Suppès verschlüsselte autobiografische Notizen Franz von Suppès „Vormerkkalender“ ist ein wertvolles autobiografisches Dokument des Komponisten, von dem bislang eher wenig verbrieftes autobiografisches Material bekannt war. Der Stempelaufdruck „Suppé-Museum Gars Invent. Nr. 1504“ gibt zu verstehen, dass dieses aufschlussreiche Dokument dem ersten Suppè-Biografen Otto Keller zugänglich war, der es aber von wenigen Ausnahmen abgesehen, für seine …

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Otto Keller über Sofie von Suppè und ihr verdienstvolles Garser Suppè-Museum (1905)

Der jüngste Beitrag dieses Blogs ist Otto Kellers bislang unveröffentlichter Eintrag im „Fremden-Buch“ von Sofie von Suppès Garser Suppè-Museum. Sein vom 29. Mai 1905 vermutlich anlässlich Suppès zehntem Todestag verfasster Text wurde freundlicherweise von Sylvia Weber (Gars) und Christine Steininger (Wien) transkribiert, wofür ich beiden sehr herzlich danke. An alle Besucher des Suppè-Museums in Gars …

Scheidungsvertrag der Eheleute Franz und Theresia von Suppé (1852)

Als erste selbständige Buch-Veröffentlichung über Franz von Suppè hat Otto Kellers 1905 veröffentlichte Monografie die weitere Suppè-Rezeption maßgeblich geprägt. Seine Publikation diente als Grundlage und Hauptquelle für die späteren selbständigen Monografien von Julius Kromer (1941), Otto Schneidereit (1977, 1982), Ingrid Scherney (2005) und Hans-Dieter Roser (2007). Das Meiste, was Keller geschrieben hat, wurde von den …

Heinrich von Littrow, der echte Textautor von Suppès „Boccaccio“-Hit „Hab‘ ich nur Deine Liebe“

Meine jüngste Nachforschung hat ergeben, dass der Liedtext von Franz von Suppès „Boccaccio“-Hit „Hab‘ ich nur Deine Liebe“ nicht von den beiden „Boccaccio“-Librettisten Zell und Genée, sondern von Suppès engem Freund, dem Reise-Schriftsteller, Kartografen und k. k. Fregatten-Kapitän Heinrich von Littrow (1820-1895) stammt, der das Gedicht bereits 1858 unter dem Titel „Liebe und Treue“ in …

Von meiner Schwierigkeit, einen kursorischen Abriss von Franz von Suppès Leben zu verfassen

Gängige Wissenschafts- und Forschungspraxis: Fakten predigen, Falschmeldungen verbreiten Bei meinen biografischen Recherchen zu Franz von Suppè musste ich besonders häufig feststellen, dass angebliche Fakten völlig haltlos, falsch und substanzlos waren. Dennoch wurden und werden diese Falschmeldungen jahrzehntelang selbst in Diplom- und Masterarbeiten, Dissertationen, in der Fachliteratur, in Lexika und natürlich auch in den Tages-, Wochen- …

Franz von Suppè. Zu seinem 100. Geburtstag (1919)

Franz von Suppè. Zu seinem 100. Geburtstag (1919) (Aus: „Österreichische Illustrierte Zeitung“, 20. April 1919. Heft 29. S.545f.) Am 18. April 1919 waren 100 Jahre seit dem Tage verflossen, an welchem Franz v[on] Suppé, der erste heimische Tonsetzer, der sich der Komposition der Operette zuwendete in Spalato geboren wurde. Obzwar seiner dalmatinischen Heimat und italienischen Muttersprache …

Amtliche Einblicke in Suppès Wohn- und Familienverhältnisse zwischen 1846 und 1862

Suppès Wohn- und Familienverhältnisse zwischen 1846 und 1862 Bei den Recherchen nach der aus Gars am Kamp (Haus Nr. 45) stammenden Anna Mayer (1824-1897), mit der Franz von Suppè laut Melitta Riegler (2005), Ingrid Scherney (2005), Hans-Dieter Roser (2007) und Karl-Reinhart Trauner (2008) im Jahr 1848 eine uneheliche Tochter gezeugt haben könnte (siehe untenstehende Anmerkung), …

Theodor Giesrau: Äußerst wahrscheinlicher Urheber der „Fatinitza“- und „Boccaccio“-Anekdote

Theodor Giesrau als lange gesuchter Urheber der „Fatinitza“- und „Boccaccio“-Anekdote Suppès Schwieger-Enkelsohn, der Musikschriftsteller Otto Keller (1861–1928) berichtet in seiner 1905 veröffentlichten Suppè-Monografie, dass das Libretto der Operette „Fatinitza“ ursprünglich von Johann Strauss vertont werden sollte: „Über das weitere Schicksal der Arbeit, die nun „Fatinitza“ getauft wurde, erzählt der Sänger Franz Josef Brakl: „Im Spätherbst …

Erfundene Zitate oder: Vom traurigen Zustand der bisherigen Suppè-Forschung

In meiner Franz-von-Suppè-Monografie wollte ich heute jenes überschwängliche Lob zitieren, mit dem die Suppé-Monografen Julius Kromer (1941), Otto Schneidereit (1977, 1982) und Hans-Dieter Roser (2007) eigens betonen, dass Suppès Ouvertüre zu Karl Elmars Lustspiel „Dichter und Bauer“ 1846 selbst von strengen Musikkritikern in allerhöchsten Tönen gelobt worden wäre: „Dr. August Schmidt, der das Schaffen Suppés …

Curt von Zelaus frühes, oft anonym zitiertes Franz von Suppè-Porträt (1885)

Curt von Zelau: Die Wiener Operette. Plaudereien mit Komponisten und Librettisten. Im Juli 1885 hat der Schriftsteller Curt von Zelau (1847-1929) in der „Deutschen Revue“ seinen informativen Beitrag „Die Wiener Operette. Plaudereien mit Komponisten und Librettisten“ veröffentlicht, wofür er eigens deren führende Vertreter interviewt hat. Die Gespräche dienten als Grundlage seiner interessanten biografischen Porträts von …

Das Suppè-Museum. Nach Mitteilungen von Sofie von Suppè (1905)

Das Suppè-Museum. Nach Mitteilungen von Sofie von Suppè Mein seliger Gatte hat überraschenderweise eines Tages ein Bauernhaus in Gars erstanden. Das war so vor etwa 27 Jahren. Wir wohnten seitdem immer gerne da draußen, und die schönsten Erinnerungen von unserem Zusammenleben bewahre ich aus der Zeit, in der wir auf diesem Landsitze weilten. Natürlich wurde …

Ilario Carposios interessante Suppè-Fotografie (ca. 1880er Jahre)

Spannende Suppè-Fotografie des bedeutenden Fiumer Fotostudios Ilario Carposio Es ist merkwürdig, dass keine einzige Fotografie bekannt ist, auf der Suppè mit seiner zweiten Ehefrau Sofie zu sehen ist, obwohl beide wiederholt im Mittelpunkt gesellschaftlicher Ereignisse standen. Auch von Suppè und seinen Kindern und Kindeskindern existieren keine gemeinsamen Fotografien, wenn man von jener nachfolgend abgebildeten Aufnahme …

Korrekturen zu Franz von Suppès erfundenem belgischen Großvater

Zu Franz von Suppés 200. Geburtstag: erstmals amtlich verbriefte Lebensdaten Der akribische und äußerst aktenaffine Wiener Musikhistoriker Robert Franz Müller (1864-1933) hat 1926 in seinem biografisch aufschlussreichen Artikel „Vom Jungen Franz v[on] Suppè. Neues aus alten Landrechtsakten“ anhand der Vormundschaftsakten des Halbwaisen Franz von Suppè dargelegt, dass weder dessen Großvater noch Ur-Großvater aus Belgien bzw. …

Bernhard Buchbinder: Aus der „Villa Boccaccio“. Erinnerung an Franz von Suppè (1900)

Aus der „Villa Boccaccio“. Erinnerung an Franz von Suppé von Bernhard Buchbinder (1900) Weit draußen im Waldviertel liegt, zwischen Bergen eingebettet, eine zierliche, kleine Ortschaft: Gars. Dahin hatte sich vor einem Vierteljahrhundert der Schöpfer der österreichischen Operette verirrt. Gars war damals ein Dorf, das nur wenige Bauernhütten zählte. Man reiste eine Ewigkeit, um dahin zu …

Sigmund Schlesingers Erinnerungen an Franz von Suppè (1903)

Von Noten- und Totenköpfen oder: Aus dem Sarg nach Gars Unter der despektierlich klingenden Überschrift „Der Franzl von Gars“ hat der mit Franz von Suppè bekannte Schriftsteller und Journalist Sigmund Schlesinger (1832-1918) am 15. August 1903 anlässlich der 500-Jahr-Feier der Markt-Erhebung von Gars am Kamp nachfolgenden Artikel über Suppès Leben und Werk veröffentlicht, in dem er …

Sigmund Schlesingers Erinnerungen an Franz von Suppè (1908)

Zur Person Suppè und Schlesinger haben 1852 bei der Aufführung von „Das Beispiel“ zusammengearbeitet. Seit 1861 war Schlesinger mit Marie Pokorny (1838–1903) verheiratet. Sie war die Tochter von Suppès erstem Theaterdirektor Franz Pokorny und  die Schwester von Suppès zweitem Theaterdirektor Alois Pokorny. Sie wurde von Suppè im Gesang unterrichtet und trat immer wieder als Interpretin …

Sigmund Schlesingers Erinnerungen an Franz von Suppè (1910)

Zur Person Suppè und Schlesinger haben 1852 bei der Aufführung von „Das Beispiel“ zusammengearbeitet. Seit 1861 war Schlesinger mit Marie Pokorny (1838–1903) verheiratet. Sie war die Tochter von Suppès erstem Theaterdirektor Franz Pokorny und  die Schwester von Suppès zweitem Theaterdirektor Alois Pokorny. Sie wurde von Suppè im Gesang unterrichtet und trat immer wieder als Interpretin …

Karl Schreder: Suppé- und Anzengruber-Zimmer im städtischen Museum (1912)

Karl Schreder: Suppé- und Anzengruber-Zimmer im städtischen Museum (1912) Ganz in der Stille wurden vor wenigen Tagen im Städtischen Museum zwei kleine Zimmer eröffnet, welche wertvolle persönliche Reliquien aus dem Nachlasse Franz v[on] Suppés und Ludwig Anzengrubers enthalten. Durch die Uebertragung der Schubertiana in das Geburtshaus des Tondichters wurde in dem schon längst zu kleinen …

Das Suppézimmer in den städtischen Sammlungen (1908)

Das Suppézimmer in den städtischen Sammlungen (1908) Frau Sophie v[on] Suppé, die Witwe des Komponisten Franz v[on] Suppé, hat sich bereits vor einigen Jahren bereit erklärt, eine Reihe von Erinnerungsgegenständen, die sich auf das Leben und künstlerische Wirken ihres Gatten beziehen, der Stadt Wien als der Stätte seiner größten künstlerischen Triumphe zu widmen, und der …

Ein Suppé-Zimmer für das Museum der Stadt Wien (1902)

Ein Suppé-Zimmer für das Museum der Stadt Wien (Eine unbekannte Operette. - Die Originalpartituren. - Das Mobiliar.) Die Witwe des Componisten Franz v[on] Suppé, Frau Sophie v[on] Suppé, hat sich bekanntlich entschlossen, alle jene Gegenstände und Erinnerungszeichen, die sich auf das künstlerische Wirken ihres verstorbenen Gatten beziehen, und ferner die gesammte Einrichtung seines Arbeitszimmers der …

Johannes Schmal über Sofie von Suppès Garser Suppè-Museum (1897)

Johannes Schmal: Ein Suppé-Museum Gars, die freundliche Sommerfrische im Kampthale, hat eine interessante Sehenswürdigkeit erhalten, ein Suppé-Museum. Wie der melodienkundige Maestro schon in seinem langen Leben von den Göttern bevorzugt war, so ist er es auch nach dem Tode: Die Stadt Wien, deren Bürgerrecht ihm seinerzeit honoris causa verliehen worden war, hat ihn in einem …

Anton August Naaff: Beim Componisten des Boccaccio. Eine Sommererinnerung (1884)

Beim Komponisten des Boccaccio. Eine Sommererinnerung von Anton August Naaff Ich nenne ihn absichtlich und aus mehr als einem Grunde den Componisten des Boccaccio, den zur Zeit sicherlich in aller Welt populärsten Operetten-Componisten Franz v. Suppé, oder wie er recht und richtig heißt und sich in mein Taschenbuch mit seiner kräftigen charakteristischen Handschrift selbst einzeichnete: …

Constantin von Wurzbachs Darstellung von Franz von Suppès Leben, Werk und Wirken (Februar 1880)

Constantin von Wurzbachs 1880 im „Biographischen Lexikon des Kaiserthums Oesterreich“ veröffentlichter Artikel über Franz de Paula von Suppè ist nach dem nebenstehend abgelichteten, 1861 erschienenen Suppé-Artikel aus dem „Neuen Universal-Lexikon der Tonkunst für Künstler, Kunstfreunde und alle Gebildeten“ sowie der am 15. Oktober 1867 in der „Neuen Wiener Theaterpost“ erschienenen „Biographischen Skizze“ von Ferdinand Groß …

Fundstücke zur Beziehung zwischen Franz von Suppè und seiner zweiten Ehefrau Sofie Strasser. Eine Korrektur.

So vieles, was über Franz von Suppès Leben und Werk überliefert wurde, hat bei meinen Archiv- und Bibliotheksrecherchen der Nachprüfung nicht standgehalten, dass es nicht weiter überrascht, dass selbst das Wenige, was über den Beginn seiner Beziehung mit seiner zweiten Ehefrau Sofie Strasser berichtet wurde, der Korrektur bedarf. Die bisherigen Darstellungen beruhen größtenteils auf jenem Bericht, …

Presseinformation des „Zeitbrücke-Museums“ zum Suppè-Jahr 2019

Ausstellung und Buch-Publikation zu Franz von Suppè mit grundlegend neu erforschter, anhand amtlicher Dokumente verbriefter Biografie des Komponisten Vor 200 Jahren, am 18. April 1819, wurde Franz von Suppè geboren, der seinen Namen selbst stets „Suppè“ geschrieben hat, weshalb die aktuelle Namensschreibung jener des Komponisten folgt. Das „Zeitbrücke-Museum“ der (einstigen) Kamptal-Sommerfrische Gars, wo Suppè zwischen …

Hut ab vor dem akribischen Suppè-Forscher Robert Franz Müller

Der Wiener Musikwissenschaftler Michael Lorenz hat 2014 einen besonders informativen Beitrag über den Wiener Musikhistoriker „Robert Franz Müller and Beethoven's Third Will“ veröffentlicht. Darin fasst Lorenz Leben, Werk und Wirken von Robert Franz Müller (1864-1933) zusammen und erörtert, dass dieser verdiente Beethoven- und Schubert-Forscher, dessen akribischem Akten-Studium die Nachwelt grundlegende Korrekturen zu Suppès Biografie verdankt, …

Die falsche Gewissheit der bisherigen Suppè-Biografik

Abenteuerliche Erfindungen nebst unbelegten Behauptungen Meine Auseinandersetzung mit den Biografien über Franz von Suppè hat ergeben, dass ihnen selbst bei den einfachsten biografischen Angaben nicht über den Weg zu trauen ist. So wird beispielsweise einhellig berichtet, dass Franz von Suppès Mutter, Katharina, gemeinsam mit ihrem 16-jährigen Sohn im September 1835 [laut Landrechtsakten Oktober 1835] zu …

Endlich biografisch Verbrieftes zu der Sängerin Philippine von Edelsberg

Es ist stets aufs Neue erstaunlich, dass beispielsweise über eine musikhistorisch interessante Person, wie die bekannte Sängerin Philippine Edelsberg bislang so gut wie nichts Biographisches bekannt war und das Wenige, was überliefert wurde, sich als sehr fehler- und lückenhaft erwiesen hat. Meine Recherchen zu Franz von Suppès Verwandtschaft haben über seine jüngste Tochter Theresia / …

Ferdinand Groß, Geburtshelfer zahlreicher haltloser Suppè-Legenden

Allem Anschein nach rührt der Großteil der zahlreichen haltlosen Suppè-Legenden (Suppès vermeintliche belgische und italienische Abstammung, seine angeblichen Jus- und Medizin-Studien, seine vorgebliche Verwandtschaft mit Gaetano Donizetti (1797-1848) usw. usf.) vom jungen Journalisten Ferdinand Groß (1849-1900) her, der am 15. Oktober 1867 in der „Neuen Wiener Theaterpost“ folgende biographische Skizze (samt launischer Nachschrift) über Franz von …

Zu Franz von Suppès 200. Geburtstag

Ausblick auf die Garser Suppè-Ausstellung samt Begleit-Publikation Am 18. April 2019 ist Franz von Suppès 200. Geburtstag, den das Garser „Zeitbrücke-Museum“, das unter anderem auch für seine Franz-von-Suppè-Gedenkstätte bekannt ist, mit einer eigenen Jubiläumsausstellung sowie einer Begleitpublikation feiern wird, die gemeinsam zahlreiche Archivalien, Bilder, Dokumente, Exponate und Fotografien zeigen sowie Fakten und Zusammenhänge darlegen werden, die …